24 Januar 2020
Konzert der Frivolités parisiennes
Donnerstag 23 Januar 2020 · 19:00
Öffentliche Uraufführung des Trio F-Dur für Violine, Violoncello und Klavier von Reynaldo Hahn
Das Konzert der Frivolités parisiennes, "Une soirée au salon de Madeleine Lemaire", findet am Donnerstag, den 23. Januar um 19 Uhr im Rathaus des 11. Arrondissements von Paris statt.
Es wird in Zusammenarbeit mit der Société Reynaldo Hahn organisiert, deren Präsident Philippe Blay ist.
"Neben Caplet und Schmitt wird man dort eine Bearbeitung von Philippe Perrin für Harfe und Streichquartett mit Sprecher hören können, der Portraits de peintres, sowie, als öffentliche Uraufführung, den ersten Satz (Allegro con moto) des Trio F-Dur für Violine, Viola und Violoncello von R. Hahn, das teilweise in Beg-Meil Ende des Sommers 1895 komponiert wurde.
Der Trio F-Dur von Reynaldo Hahn für Violine, Violoncello und Klavier, der der Ehefrau von Gustave Lyon, dem Direktor der Klaviermanufaktur Pleyel, gewidmet ist, steht im Zusammenhang mit dem Aufenthalt, den er mit Marcel Proust in der Bretagne, in Beg-Meil, Ende des Sommers 1895 verbrachte. Wie der Musiker in seinem Tagebuch schreibt (Originalzitat, französisch), « gribouille » er ihn « sur la table de la salle à manger pendant que Marcel s’efforce de [lui] faire admirer Sartor Resartus », un roman « coriace » de Thomas Carlyle. Nur der erste Satz, Allegro con moto, wurde vollendet und vermutlich privat aufgeführt, da die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Hahn und Proust ab 1896 beim Komponisten ambivalente Gefühle gegenüber diesem Trio hervorrief, das er « tenu des journées entières attaché à lui par des liens impossibles à briser » (Journal).
Obwohl er zu dieser Zeit wenig von der Kammermusik angezogen war, zeigt Hahn in diesem einleitenden Allegro dennoch ein deutliches Gespür für Proportionen und thematische Anordnung. Er hebt sich von der traditionellen Konstruktion ab, die mehrere Themen einander gegenüberstellt, bevor sie entwickelt und wieder aufgegriffen werden, und gliedert die drei Teile des Satzes, indem er einen starken Kontrast zwischen dem mittleren Teil und den ihn umrahmenden Teilen schafft; der letzte Teil vereint alle bereits gehörten musikalischen Ideen und kehrt dabei zum ursprünglichen Thema zurück. Der Musiker gesteht, er habe den Weg nachzeichnen wollen « de deux âmes primitivement harmonieuses, unies et qui sont devenues discordantes » (Originalzitat, französisch). Nach der Heraufbeschwörung « des souvenirs de ce que fut leur amour, mais enlaidi, dénaturé par leur disposition actuelle », endet ihr Weg schließlich « sur un fond d’indifférence » (Journal)."
Philippe Blay