9 März 2020

Vortrag "Proust und die Musik" von Cécile Leblanc

Dienstag 10 März 2020 · 18:00 · 56 boulevard Malesherbes

Im Rahmen des Kulturprogramms des Rathauses des 8. Arrondissements von Paris hält Cécile Leblanc am Dienstag, den 10. März 2020, um 18 Uhr im Hôtel Cail, 56 boulevard Malesherbes, Paris 8e, einen Vortrag über "Proust und die Musik".

Cécile Leblanc, Agrégée für klassische Literatur, ist Dozentin (Maître de conférences) an der Université Sorbonne-Nouvelle-Paris 3 und habilitiert. Sie ist Spezialistin für die Beziehungen zwischen Musik und Literatur am Ende des 19. Jahrhunderts. Sie ist Autorin von "Wagnérisme et création en France 1883-1886" (Champion, 2005) und war Mitherausgeberin von "Le wagnérisme dans tous ses états 1913-2013" (Presses de la Sorbonne Nouvelle, 2016). Sie hat an der Encyclopédie Wagner (Actes Sud, 2010) mitgewirkt.

Die Musik spielt in allen Texten Marcel Prousts, ob Fiktion oder Kritik, eine bedeutende Rolle, insbesondere in der Recherche, die das Prisma der musikalischen Aktualität entfaltet, vom triumphierenden Wagnerismus der 1890er Jahre bis zu den Werken von Strauss und Debussy. Seine Neugier und sein musikalisches Wissen sind immens. Von den Salons, in denen man Musik finanziert, ohne sie wirklich zu lieben, und in denen er die Hörbedingungen beklagt, bis zu den Gesprächen mit den Komponisten und Interpreten, die er pflegt, allen voran Reynaldo Hahn, erwirbt er eine wahre Begabung als Musikkritiker. Als eifriger Konzertbesucher und großer Leser der Presse zeigt er eine unermüdliche Aufmerksamkeit für die zeitgenössische Musik und nährt sein Werk mit den großen Partituren, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden: Pelléas et Mélisande, Salomé, Le Sacre du printemps. Sie erlauben es ihm, nach vielfachem Zögern, in der geheimnisvollen Gestalt eines französischen Musikers mit einer „fortschrittlichen“ und – auch vom Erzähler selbst – umstrittenen Ästhetik ein Vierteljahrhundert musikalischer Debatten zu synthetisieren.