3 September 2020
Besuch der Turner-Ausstellung im Musée Jacquemart-André
Donnerstag 10 September 2020 · 158 boulevard Haussmann
Die Société des Amis de Marcel Proust bietet ihren Mitgliedern eine Führung durch die Ausstellung "Turner, peintures et aquarelles - Collections de la TATE" an, kommentiert von Pierre Curie, Kurator der Ausstellung und Konservator des Musée Jacquemart-André in Paris, 158 boulevard Haussmann, am Donnerstag, den 10. September um 9 Uhr.
Der Preis der Führung beträgt 15€ pro Person. Die Führung ist auf 20 Personen begrenzt.
Geführte Besichtigungen sind derzeit am Wochenende im Musée Jacquemart-André untersagt und finden an Wochentagen früh am Morgen statt, weshalb der 10. September um 9 Uhr gewählt wurde.
Die Ausstellung erwähnt häufig John Ruskin und zeigt das Aquarell "Le Port de Scarborough", das Proust zur Beschreibung von "Le Port de Carquethuit" von Elstir inspiriert haben soll.
Auszug von der Website des Museums :
"2020 zeigt das Musée Jacquemart-André eine Retrospektive von Joseph Mallord William Turner (1775-1851). Als unbestritten größter Vertreter des goldenen Zeitalters der englischen Aquarellmalerei nutzte er deren Licht- und Transparenzeffekte für englische Landschaften ebenso wie für die venezianischen Lagunen.
Diese Ausstellung zeigt, welche Rolle die Aquarelle im Leben und Werk Turners spielten, von den Jugendwerken, die er an die Royal Academy einsandte, bis zu den faszinierenden Licht- und Farbexperimenten seiner reifen Jahre. Für ein modernes Publikum zählen letztere zu seinen radikalsten und vollendetsten Werken.
Dank außergewöhnlicher Leihgaben der Tate Britain in London, die die weltweit größte Turner-Sammlung beherbergt, zeigt das Musée Jacquemart-André eine Ausstellung mit 60 Aquarellen und rund 10 Ölgemälden, von denen einige noch nie in Frankreich gezeigt wurden.
Neben seinen vollendeten, für den Verkauf bestimmten Werken bewahrte Turner für sich selbst einen umfangreichen Bestand an Werken auf, der bei seinem Tod in seinem Haus und seinem Atelier zurückblieb. Diese Skizzen, ausdrucksstärker und experimenteller in ihrem eigenen Charakter, kommen seiner wahren Natur gewiss näher als die für die Öffentlichkeit gemalten Werke. Insgesamt erhielt die britische Nation nach dem Tod des Künstlers 1856 ein immenses Vermächtnis, das rund hundert Ölgemälde, unvollendete Studien und Skizzen sowie Tausende von Werken auf Papier umfasste: Aquarelle, Zeichnungen und Skizzenbücher.
Der Schriftsteller John Ruskin, einer der Ersten, die dieses gesamte Vermächtnis untersuchten, stellte fest, dass Turner die meisten dieser Werke „für sein eigenes Vergnügen“ geschaffen hatte. Dieser heute in der Tate Britain aufbewahrte Bestand offenbart die ganze Modernität dieses großen romantischen Malers. Die Ausstellung zeigt einen Teil dieses intimen Bestands, der einzigartige Einblicke in Geist, Vorstellungskraft und private Arbeitsweise Turners bietet.
Diese Monografie zeichnet den jungen Turner nach, der aus bescheidenen Verhältnissen stammte. Zunächst Autodidakt, arbeitete er bei einem Architekten, nahm Unterricht in Perspektive und Topografie und trat schließlich im Alter von vierzehn Jahren in die Schule der Royal Academy ein. Als unersättlicher Reisender löste er sich nach und nach von den Konventionen der Gattung und entwickelte seine eigene Technik.
Ein chronologischer Rundgang erlaubt es, Schritt für Schritt seine künstlerische Entwicklung nachzuvollziehen: von seinen frühen, von einem gewissen topografischen Realismus geprägten Werken bis zu den radikaleren und vollendeteren Werken seiner reifen Jahre, faszinierenden Licht- und Farbexperimenten. Hier ergänzt durch einige vollendete Aquarelle und Ölgemälde, die ihren Einfluss auf Turners öffentliches Schaffen veranschaulichen, bleiben diese sehr persönlichen Werke ebenso frisch und spontan, wie sie einst auf dem Papier entstanden.