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Société des Amis de Marcel Proust — Veröffentlichung

Fotografie von Reynaldo Hahn mit Widmung an Proust — September 2020

2020

Die Société des Amis de Marcel Proust hat die Sammlungen des Musée Marcel Proust durch einen bei Sotheby's mit Unterstützung des Fonds du patrimoine getätigten Erwerb bereichert: ein fotografisches Porträt von Reynaldo Hahn, das am unteren Rand des Abzugs die eigenhändige Widmung „À Marcel. / Reynaldo" trägt. Das Werk stammt von dem aus Schweden stammenden Fotografen Otto Wegener, genannt Otto, einem der gefragtesten Fotografen der Pariser High Society der Belle Époque, und zeigt den Komponisten im Alter von etwa zwanzig Jahren, in Straßenkleidung, mit jugendlichem Gesicht. Zu dem Konvolut gehörte außerdem ein eigenhändiger Brief von Reynaldo Hahn, vermutlich an eine seiner Schwestern gerichtet — Clarita oder Maria.

Diese beiden Stücke beleuchten die Beziehung zwischen Reynaldo Hahn und Marcel Proust — zunächst eine Liebesbeziehung, von der vermutlich ersten Begegnung am 22. Mai 1894 bei Madeleine Lemaire bis zum Sommer 1896, die sich danach in eine tiefe und unerschütterliche Freundschaft wandelte, die die Jahrzehnte überdauerte, bis in die letzten Lebensjahre des Schriftstellers.

Präsentation

Das fotografische Porträt zeigt Reynaldo Hahn im Alter von etwa zwanzig Jahren. Die am unteren Rand des Abzugs eingetragene Widmung ist knapp und vertraut gehalten: „À Marcel. / Reynaldo". Sie zeugt von der Nähe zwischen den beiden Männern und stellt ein unersetzliches Dokument für die Geschichte ihrer Beziehung dar.

Der dem Konvolut beigefügte eigenhändige Brief, unterzeichnet mit dem kindlichen Kosenamen „Nano", den Hahn im vertrauten Kreis führte, war vermutlich an eine seiner Schwestern gerichtet und dürfte aus der Mitte der 1890er Jahre stammen. In launigem Ton zeugt er von Hahns Charakter mitten in den Jahren, die die beiden Männer miteinander teilten.

Sie begegnen sich vermutlich zum ersten Mal am 22. Mai 1894 im Atelier von Madeleine Lemaire, anlässlich eines „Dienstags", der den Chauves-Souris von Robert de Montesquiou gewidmet war. Der gemeinsame Aufenthalt auf Schloss Réveillon ab dem 20. August 1894 besiegelt ihre Liaison. Die Liebesbeziehung löst sich im Laufe des Sommers 1896 auf, doch die Zuneigung bleibt unerschütterlich: Hahn wird für Proust zum bevorzugten Freund, seinem ästhetischen Gesprächspartner der Wahl. Im Januar 1921 schreibt Hahn ihm noch: „Ich liebe Sie mit tiefer und treuer Zärtlichkeit".

Autoren und Mitwirkende

Philippe Blay, Musikwissenschaftler und Chefkurator an der Bibliothèque nationale de France, Spezialist für Reynaldo Hahn und das lyrische Theater in Frankreich unter der Dritten Republik, zeichnet für den Präsentationstext verantwortlich, der die Geschichte der Begegnung, der Liaison und schließlich der Freundschaft zwischen Reynaldo Hahn und Marcel Proust nachzeichnet.

Inhalt

  • Ein Schloss in der Marne
  • Der „verkleidete Gott"
  • Vertrautheit zweier Geister

Bibliografische Angaben

  • Format: Broschur
  • ISBN: 978-2-9568373-8-1
  • Preis: 4 €
  • Verlag: Société des Amis de Marcel Proust et des Amis de Combray
  • Pflichtexemplar: September 2020