November 2022 — Besucher und Künstler am Sterbebett von Marcel Proust
2022Am 18. November 1922 hauchte Marcel Proust in seiner Wohnung in der Rue Hamelin sein Leben aus und hinterließ der Nachwelt ein Werk, dessen letzte Bände erst nach seinem Tod erscheinen sollten. Anlässlich des hundertsten Jahrestages dieses Todes hat die Société des Amis de Marcel Proust et des Amis de Combray in einer Anthologie die Zeugnisse jener zusammengetragen, die in den Stunden und Tagen nach seinem Hinscheiden zu ihm eilten: enge Freunde, lebenslange Vertraute, Journalisten und Künstler, die dem Mann ein letztes Mal die Ehre erwiesen und mit Erstaunen feststellten, dass das Werk vollendet war.
Dieser Band bietet somit ein eindringliches Bild vom Tod eines außergewöhnlichen Schriftstellers — ein Tod, den er wollte, hinnahm und hinauszögerte, um die Recherche zu vollenden —, so wie seine Zeitgenossen ihn erlebten und überlieferten. Berichte von Besuchern, Briefe, Presseartikel, private Notizhefte, Zeichnungen und Fotografien: all diese Zeugnisse fügen sich zum Porträt eines Mannes, dessen Tod als unersetzlicher Verlust für die französische Literatur empfunden wurde.
Präsentation
Streng chronologisch aufgebaut, folgt der Band dem Verlauf der Tage vom 18. bis zum 21. November 1922, vom Todeskampf Prousts über sein Begräbnis in der Kirche Saint-Pierre-de-Chaillot bis zu seiner Beisetzung auf dem Friedhof Père-Lachaise. Die Auszüge stammen aus äußerst unterschiedlichen Quellen: Gesprächsnotizen, Memoiren, Tagebücher, Presseartikel aus den Wochen nach dem Tod oder Zeugnisse, die erst Jahre später verfasst wurden, als ihre Verfasser auf diese prägende Erfahrung zurückblickten.
Der zweite Teil der Anthologie, verfasst von Anne Imbert, widmet sich den Künstlern, die Prousts Züge auf seinem Totenbett festhielten. Er schildert die Umstände, unter denen Paul Helleu seine Kaltnadelradierung schuf, André Dunoyer de Segonzac seine fünf Federzeichnungen, Man Ray seine Fotografien und Emmanuel Sougez seine dokumentarischen Aufnahmen. Eine sorgfältige Untersuchung der erhaltenen Werke — abgeglichen mit den schriftlichen Zeugnissen — erlaubt es, die Umstände jeder einzelnen Sitzung zu rekonstruieren und bestimmte Fragen der Echtheit oder Zuschreibung zu klären.
Autoren und Mitwirkende
Anne Imbert, Kunsthistorikerin und Vorstandsmitglied der Société des Amis de Marcel Proust et des Amis de Combray, hat die Auszüge der Anthologie ausgewählt und kommentiert und ist Autorin des Essays über die letzten Porträts: Kaltnadelradierungen, Zeichnungen und Fotografien, die im Sterbezimmer in der Rue Hamelin entstanden.
Jérôme Bastianelli, Präsident der Société des Amis de Marcel Proust et des Amis de Combray, zeichnet für die Vorbemerkung des Bandes verantwortlich.
Thierry Laget, Schriftsteller und Verleger, unter anderem Autor von Proust ou le bonheur du roman (Gallimard, 2019), zeichnet für das Vorwort verantwortlich — eine Meditation über den Stellenwert des Todes in Prousts Leben und Werk, von Les Plaisirs et les Jours bis zum Temps retrouvé.
Inhalt
- Vorbemerkung, von Jérôme Bastianelli
- Vorwort, von Thierry Laget
- Samstag, 18. November: die letzten Tage und der Todeskampf
- Sonntag, 19. – Montag, 20. November: Besucher am Sterbebett von Marcel Proust
- Dienstag, 21. November: das Begräbnis in Saint-Pierre-de-Chaillot
- Erinnerungen an Marcel Proust
- Letzte Porträts: die Künstler als Zeugen, von Anne Imbert
- Biografien der Zeugen
Bibliografische Angaben
- Format: Broschur, 100 Seiten
- ISBN: 978-2-492318-14-6
- Preis: 12 €
- Verlag: Société des Amis de Marcel Proust et des Amis de Combray
- Druckerei: SP-COMM
- Pflichtexemplar: 1. Halbjahr 2022